Wir haben einige grundlegende Begriffe für Sie erläutert und werden dies fortlaufend ergänzen.

Aktie

Großkonzerne, die weltweit Geschäfte machen, benötigen viele Finanzierungsquellen. Ein Kredit oder eine Anleihe -Finanzierung reicht für den extrem hohen Finanzbedarf in der Regel nicht aus. Die Alternative: Unternehmen gehen an die Börse und verkaufen einen Teil des Unternehmens. Dafür wird das Unternehmen quasi in Anteilsscheine bzw. Aktien gestückelt. Als Aktionär geben Sie einem Unternehmen keinen Kredit, sondern Sie beteiligen sich an seinem Grundkapital – werden also selbst zum Unternehmer. Das birgt Chancen – auf Gewinnbeteiligung und Kursgewinne an der Börse. Aber auch Risiken – bis hin zum Totalverlust.

Eine Aktie bietet Ihnen zwei Renditequellen: Sie können von der Dividende profitieren, also der Ausschüttung eines Teils des Gewinns. Wie hoch sie ausfällt, hängt von der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr, aber auch von der sogenannten Ausschüttungsquote ab. Die Höhe wird aufgrund des Jahresabschlusses in der Regel von Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens vorgeschlagen und auf der jährlichen Hauptversammlung von den Aktionären beschlossen. Bei starken Dividendenwerten machen die Ausschüttungen über lange Zeiträume rund 40 Prozent der Gesamtrendite aus. Einen Anspruch auf Dividende haben Sie als Aktionär dennoch nicht. Alphabet etwa (ehemals Google), schüttet trotz Milliarden-Gewinnen gar keine Dividende aus.

Zum anderen bieten Aktien aber mit der Chance auf einen Kursgewinn eine weitere Renditequelle. Der Börsenkurs ergibt sich durch Angebot und Nachfrage. Je positiver die Erwartungen, desto höher das Interesse der Investoren – und ergo der Kurs. Während die Dividende unmittelbar vom fundamentalen Erfolg des Unternehmens abhängt, wird der Börsenkurs auch durch das politische oder volkswirtschaftliche Umfeld beeinflusst. Trübt sich das Börsenklima ein, verkaufen Investoren ihre Beteiligungen oft auf breiter Front – unabhängig von der Qualität eines Unternehmens. Die Folge: Der Kurs Ihrer Aktie sinkt. Als Aktionär schultern also Kursrisiken. Dazu kommen unternehmerische Risiken. Denn im Falle eines Konkurses ist die Aktie eines Unternehmens nichts mehr wert. Ein Trost: Aktionäre sind zwar Anteilseigner, sie müssen aber nicht mit ihrem Vermögen haften. Im schlimmsten Fall, dem Konkurs, ist „nur“ das investierte Kapital verloren.

Anleihen

Die Börse bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine Finanzierung zu stemmen. Wenn Sie ein Unternehmen gründen, bitten Sie Ihre Bank vielleicht zunächst um einen Kredit. Größere Unternehmen mit hohem Finanzbedarf dagegen können sich auch am sogenannten Kapitalmarkt finanzieren. Sie können beispielsweise Anleihen begeben. Damit stückeln sie den gewünschten Kreditbetrag in kleine Portionen. Als Investor können Sie die Anleihen kaufen – und gewähren dem Unternehmen damit einen Kredit. Im Gegenzug bietet das Unternehmen jedem Anleihebesitzer einen Kupon, also ein festes Zinsversprechen. Bei klassischen Anleihen bekommen Sie die Zinszahlung jährlich überwiesen. Am Ende der festgelegten Laufzeit der Anleihe erhalten Sie dann neben der letzten Zinszahlung auch Ihr eingesetztes Kapital zurück. Anders als beim Bankkredit sind die Kreditrisiken hier auf vielen Schultern verteilt. In der Regel muss das Unternehmen deshalb weniger Zinsen bezahlen, als für einen Bankkredit.

Anleihen (auch Renten genannt, obwohl sie nichts mit Altersbezügen zu tun haben) werden von Unternehmen und Staaten zur Finanzierung genutzt. Sie sind für das Börsengeschäft ähnlich wichtig wie Aktien. Der Grund: Die zu erwartenden Erträge sind kalkulierbar. Zwar werden Anleihen täglich an der Börse gehandelt, so dass der Anleihekurs zwischenzeitlich schwanken kann. Wer das Papier aber bis zum Ende der Laufzeit hält, bekommt das investierte Kapital in der Regel zurück. Ausnahme: Das Unternehmen oder der Staat rutscht in die Insolvenz. Dann ist Ihr eingesetztes Kapital ganz oder zum Teil verloren.

Die Kreditwürdigkeit (auch Bonität) ist deshalb ein wichtiges Kriterium, das Sie vor dem Kauf beachten sollten. Andererseits gilt: Je kreditwürdiger ein Unternehmen oder Staat ist, desto weniger Zinsen wird es oder er Ihnen bieten. Darüber hinaus hängt die Höhe des Zinses von der Laufzeit und dem Zinsniveau ab. Die Faustregel: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins. Und je höher das Zinsniveau, desto mehr können Investoren erwarten.
Bei gegebenem Zinsniveau und ähnlichen Anleihelaufzeiten entscheidet die Bonität des Schuldners über die Höhe der Zinsen, die Sie als Investor bekommen. Anleihen der Bundesrepublik Deutschland etwa werden als nahezu risikolos eingeschätzt, bringen aber wenig Zinsen. Hohe Zinsen dagegen müssen mit hohen Risiken bezahlt werden. Denn wie gesagt: Unternehmen und auch Staaten können in die Insolvenz gehen. Dann verlieren Anleihe-Investoren ihr Kapital zum Teil oder sogar ganz.

Börse

Sie verstehen nichts von Börse? Kein Wunder. “Für Bankrotteure, Hunde, Behinderte und Frauen ist das Betreten der Börse verboten” — ein Passus, der sich seit Gründung der ersten Waren- und Devisenbörse 1460 bis weit ins 20. Jahrhundert hielt. Erst 1922 wurde das diskriminierende Börsengesetz geändert. Der Zutritt zur Börse wurde den Frauen also erst drei Jahre nach Einführung des allgemeinen Wahlrechtes erlaubt.

Wer keinen Zutritt zur Börse hat und zudem noch über wenig Geld verfügt, dem fehlt auch der Zugang zur Materie. Beides hat sich aber längst verändert – nur bei vielen Frauen sind bis heute Vorbehalte geblieben. Warum eigentlich? Die Börse ist nicht mehr und nicht weniger als ein Markt, an dem Ware gehandelten und der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Das kennen Sie vom Wochenmarkt. Nach guter Apfelernte ist das Angebot groß, die Zahl der Käufer aber ändert sich wahrscheinlich nicht. Um ihre Ware zu verkaufen, gehen die Händler mit den Preisen runter – bis das Angebot zur Nachfrage passt. Genauso verhält es sich an der Börse, nur dass nicht Äpfel, sondern Wertpapiere gehandelt werden. Das können Aktien oder Anleihen sein. Aber auch Rohstoffe oder Währungen.

Die Börse gilt zudem als Ort, an dem Erwartungen gehandelt werden. Investoren spekulieren also auf eine mögliche Preisänderung, um einen Gewinn zu erzielen. Spekulation aber ist mit einem negativen Image behaftet. Doch denken Sie an den Wochenmarkt. Kurz vor Schluss purzeln die Preise, weil die Händler ihre Äpfel nicht wieder mit nach Hause nehmen möchten. Sie warten mit dem Einkauf, um Ihre Äpfel günstig zu bekommen? Dann spekulieren Sie auch!

ETF

Mit einem ETF sind Sie wie mit einem Investmentfonds breit aufgestellt. Der Unterschied: Anders als bei klassischen Investmentfonds gibt es keinen Manager, der die Zutaten auswählt. Denn ein ETF (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds) bildet möglichst eins zu eins einen Index ab, den sogenannten Basiswert. Die bekanntesten Basiswerte sind klassische Aktienindizes wie der deutsche DAX 30, Euro STOXX 50 oder Dow Jones 30. Aber es gibt auch ETFs für fast alle bekannten Länder- und Branchenindizes, für Renten-, Immobilien- und Rohstoffindizes und selbst für gemischte Portfolios. Allen ETFs ist eines gemeinsam: Ihre Wertentwicklung hängt nicht vom Können eines Managers ab, sondern sie entspricht fast genau der Wertentwicklung des Basisindex. Wenn zum Beispiel der DAX als wichtigster deutscher Aktienindex um 10 Prozent steigt, dann steigt auch ein DAX-ETF um rund 10 Prozent.

Der Vorteil von ETFs: Sie sind kostengünstig, weil keine Managementgebühr anfällt; zudem sind diese passiven Fonds transparent, weil Sie genau wissen, in was Sie investieren. Der Nachteil: Sie haben zwingend auch Unternehmen mit schwacher Wertentwicklung im Depot und können nicht von Unterbewertungen profitieren. Das heißt: Unter Umständen können Sie nicht vom Aufholpotenzial oder von dem starken Wachstum eines Unternehmens profitieren.

Aktiv oder passiv: An dieser Frage scheiden sich die Geister. Fakt ist: Einige Fondsmanager schaffen es durch geschickte Einzeltitelauswahl mehr Rendite zu erzielen als der Index. Die Mehrzahl allerdings schafft es nicht.

ETFs können Sie – wie aktiv gemanagte Fonds auch – per Einmalanlage oder im Sparplan kaufen. Im Sparplan kommen Sie oft schon mit regelmäßigen Sparraten ab 25 Euro zum Zuge. Dann werden jeweils Bruchteile eines ETFs gekauft.

Investmentfonds

Sie können in einzelne Aktien oder Anleihen investieren – das aber birgt hohe Risiken. Wer weiß schon, ob sich genau dieses Unternehmen so gut entwickelt wie erwartet? Die Alternative ist ein Investment in einen Fonds. Einen Fonds können Sie sich als großen Anlagetopf vorstellen, in dem Wertpapiere unterschiedlicher Unternehmen liegen. Aber nicht Sie stehen in diesem Fall am Herd, sondern eine Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager. Der Profi wählt die nach seiner Einschätzung besten Zutaten aus!

Als Anlegerin geben Sie also der Investmentgesellschaft Ihr Kapital, anstatt es selbst zu investieren. Mit Kauf- und Verkauf der Einzelwerte oder auch mit dem Managen der Risiken haben Sie nichts zu tun. Ob Aktien kleiner oder großer Unternehmen, ob deutsche, europäische oder chinesische Werte: Aus welchem Universum die Fondsmanagerin oder der Fondsmanager die Zutaten auswählen darf, ist im sogenannten Fondsprospekt festgelegt. Ein Manager eines europäischen Aktienfonds kann also die Schweizer Nestlé-Aktie oder die deutsche Daimler-Aktie halten, aber nicht die Aktien von Apple oder Amazon.

Es gibt zahlreiche Fondsarten. Die wichtigsten sind Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds. Aktienfonds investieren in Aktien. Hier sind Chancen und Risiken überdurchschnittlich groß. Rentenfonds verteilen das Fondsvermögen auf Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere. Solange die sich auf Papiere stabiler Staaten (wie Deutschland) oder Unternehmen beschränken, sind die Risiken gering. Allerdings fällt auch die Rendite mager aus. Mischfonds können in Aktien und Anleihen, manchmal auch in Rohstoffe oder Immobilien investieren. Durch die Aufteilung der Anlageklassen lassen sich die Anlagerisiken justieren.

Der Vorteil eines Fonds: Ihr Kapital ist über viele Wertpapiere gestreut, was die Anlagerisiken reduziert. Und Sie müssen sich um nichts kümmern. Der Nachteil: Das Management kostet Geld. Es gibt verschiedene Kostenblöcke. Am offensichtlichsten ist der sogenannte Ausgabeaufschlag. Das ist eine Vertriebsgebühr, die je nach Fondsgattung meist zwischen 3 und 5 Prozent der Anlagesumme liegt. Direktbanken geben oft einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, er kann bei 25, 50 oder auch 100 Prozent liegen. Neben dem einmaligen (und teilweise vermeidbaren) Ausgabeaufschlag fallen einige Gebühren jährlich an. Dazu gehören vor allem die Managementgebühren, die die Kosten der Fondsgesellschaft und Bestandsprovisionen enthalten. Zudem gibt es noch kleinere Kostenblöcke wie Depot- und Prüfgebühren. Die gesamten Kosten eines Fonds bildet am besten die Total Expense Ratio (TER) ab. Mit ihr können Sie die Kosten verschiedener Fonds derselben Gattung gut vergleichen.

Fondsanteile können Sie per Einmalanlage oder im Sparplan kaufen. Einzelne Investitionen sind meist ab 500 oder 1000 Euro möglich, im Sparplan kommen Sie oft schon mit regelmäßigen Sparraten ab 25 Euro zum Zuge. Dann werden jeweils Bruchteile eines Fonds gekauft.

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