Im Gespräch mit Bloggerin Daisy über ihren bewegten Alltag, das Geldanlegen, die traditionelle Werte einer modernen Frau und Handtaschen.

herMoney: Daisy, in Deinem erfolgreichen Blog „The Mandarine Girl“ berichtest Du über die schönen Seiten des Lebens wie Mode, Reisen und Lifestyle. Es geht also um das Geldausgeben für tolle Sachen und Trips. Dafür interessieren sich Deine Leserinnen sehr und unserer Erfahrung nach leider zu wenig für das Geldanlegen. Wie ist das bei Dir?

TheMandarineGirl: Um ehrlich zu sein muss ich gestehen, dass ich mir bisweilen auch noch nicht so detaillierte Gedanken übers Geldanlegen gemacht habe, mein Know-how bezüglich Geldanlage- und Investition ist aktuell eher rudimentär, vor allem als junges Mädchen denkst du dir natürlich oft „darum kümmere ich mich später mal, das hat ja noch Zeit…“

Man ist ja vielmehr irgendwie dazu geneigt das Geld beiseite zu legen – klar einen Teil davon geben wir auch aus – aber der Rest landet dann doch irgendwie auf dem Konto oder dem Sparbuch ohne sich weitgehend Gedanken darum zu machen was man eigentlich sinnvolleres mit dem Ersparten an fangen kann, anstatt es einfach nur herum liegen zu lassen – oder eben aus zu geben.

herMoney: Du führst gefühlt ein Jet-Set-Leben von dem viele Frauen und Mädchen träumen. Führst Du ein Jet-Set-Leben?

TheMandarineGirl: Ich selbst würde nicht behauten dass ich ein Jet-Set-Leben führe, vor allem weil ich auch finde dass dieses Wort so negativ besetzt ist. Jet-Set klingt meiner Meinung nach irgendwie nach neureichen, dekadenten Luxusgirls, die in Daddy’s Privatjet um die Welt fliegen, nicht arbeiten und in den Beachclubs dieser Welt mit teurem Champagner herum spritzen… Klar reise ich oft und viel, manchmal habe ich aber natürlich auch Zeiten, in denen ich seltener on the Road bin. Ich würde mich daher nicht als Jet-Setterin bezeichnen, sondern eher als Frequent Traveler. Ich denke, das klingt ein bisschen bodenständiger 😉

Blogger-Alltag: Frequent Traveller statt Jetsetterin

herMoney: Wie dürfen wir uns Deinen Alltag als Bloggerin vorstellen?

TheMandarineGirl: Der Alltag als Bloggerin ist natürlich sehr bunt, ich bin super flexibel (wofür ich auch sehr dankbar bin). Ich habe also keinen normalen 9 to 5 Alltag, oft plane ich kurze Trips, Termine oder Reisen auch erst ganz spontan. Ich persönlich finde es toll, so frei agieren zu können, auch wenn es für viele Menschen wahrscheinlich zu „planlos“ wäre. Für mich wäre aber genau dieses  „überplanen“, also immer dieselbe Routine und die selben Orte, pures Gift! Ich finde es klasse, dass ich meine Emails z.B. mal um 9 Uhr früh machen kann, aber auch nachts um 2 noch im Bett sitzen und arbeiten kann, wenn ich mir den Tag mal lieber so einteilen will… Für Menschen, die extrem flexibel & freiheitsliebend sind und gerne selbstständig arbeiten, ist der Bloggeralltag wirklich angenehm. Aber eben nicht für jemanden, der eine klare Routine, feste Aufgaben und einen durchgetakteten Alltag braucht.

herMoney: Bevor Du Dein Hobby zum Beruf gemacht hast, warst Du wie viele andere als Angestellte tätig. Was hat Dich dazu bewogen, Dich ganz dem Bloggen zu widmen?

TheMandarineGirl: Ich hatte zu den Anfangszeiten meines Blogs sehr viel Zeit und Mühe in das Projekt gesteckt, und so kam Gott sein Dank auch irgendwann der Punkt an dem die Anfragen und Angebote der Firmen und Agenturen immer häufiger ins Haus flatterten…

herMoney: Wie hast Du die Zuversicht gewonnen, dass Du davon Deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst?

TheMandarineGirl: Ich habe damals nicht von heute auf morgen meinen normalen Angestelltenjob hingeworfen, sondern dann noch eine ganze Zeit lang halbtags weiter gearbeitet. Sich von jetzt auf gleich auf eine einzige – und zu diesem Zeitpunkt ja noch sehr unsichere –  Einnahmequelle zu verlassen, wäre finanziell recht riskant und auch nicht wirklich clever gewesen. So habe ich quasi die eine Hälfte meiner Arbeitszeit einem regulären Job gewidmet und die andere Hälfte habe ich genutzt, um meinen Blog weiter aufzubauen… und so sind die Dinge dann langsam und mit Geduld stetig weiter gewachsen. Wie so oft im Leben gilt auch hier „be patient, good things take time!“

Geldanlage auf der To-Do-Liste

herMoney: Du bist eine junge Frau und ich könnte mir vorstellen, dass das Thema Altersvorsorge für Dich im wahrsten Sinne des Wortes ganz weit weg ist. Ist dem so? Oder kümmerst Du Dich gezielt darum?

TheMandarineGirl: Was das Thema Altersvorsorge angeht bin ich sicherlich nicht das beste Beispiel. Ich lebe schon eher im Moment, klar plane ich auch Dinge voraus, aber mir bewusst zu machen, dass ich irgendwann einmal eine alte Frau von 60/70 Jahren bin, ist für mich einfach so unvorstellbar und weit weg… Ich weiß, dass das keine gute „Ausrede“ ist, denn irgendwann, ob man nun möchte oder nicht, sollte man sich dem Thema natürlich widmen, um später ein böse Erwachen zu vermeiden!

herMoney: Wie ist Dein Plan?

TheMandarineGirl: Das Thema ist für mich wie gesagt (aktuell) nicht ganz oben auf meiner To-Do-Liste, ich lebe einfach den Moment und bin mir auch bewusst dass ich jeden Tag vor ein fahrendes Auto laufen und dann alles vorbei sein könnte… Ich denke man muss da einen gesunden und adäquaten Mittelweg finden zwischen „Im Jetzt leben und die Dinge genießen“ und „verantwortungsvoll an später denken“ – auch wenn dieses „später“ noch in sehr weiter Ferne liegen mag. Da ich „erst“ Ende 20 bin, mache ich mir momentan noch keinen allzu großen Stress. In den nächsten 1-2 Jahren sollte ich dann aber mal wirklich anfangen, mir Gedanken darüber zu machen und das Thema gezielt angehen. Besser natürlich schon früher. Man wird ja auch nicht jünger 😉

herMoney: Wir raten Frauen möglichst früh etwas Geld auf die Seite zu legen und vor allem das regelmäßig zu tun. Mit kleinen Summen z.B. € 25 im Monat kann man schon in einen Aktienfonds investieren und über die Jahre ein kleines Vermögen anhäufen. Leider schrecken viele vor Aktien zurück. Wie ist das bei Dir. Bist Du eine Sparerin oder eine Anlegerin?

TheMandarineGirl: Bis jetzt war ich immer die typische Sparerin. Aber Geld, das man nicht bewegt, kann sich eben auch nicht vermehren… Deswegen habe auch ich mir ein wenig Gedanken über verschiedene Anlageformen gemacht (es gibt mitunter ja wirklich spannende Möglichkeiten und das Thema ist wirklich nicht so kompliziert und trocken, wie man es oftmals befürchtet) und werde mich in nächster Zeit mit der Thematik wohl noch etwas spezifischer auseinander setzen. Wenn man sich erst einmal an kleine Beträge heran wagt und sich verantwortungsvoll und mit Hilfe von Experten solchen Investments widmet, kann man ja auch nicht viel falsch machen. Ganz im Gegenteil.

Traditionelle Werte in Zeiten der Gleichberechtigung

herMoney: Wenn Du auf ein erstes Date gehst mit einem Mann, wer zahlt dann? Er, Du, getrennte Kassen?

TheMandarineGirl: Ich denke 90% aller Frauen (und wohl möglich auch Männer) würden mir beipflichten, dass es sich bei einem ersten Rendezvous gehört, dass der Mann die Frau einlädt. Ich finde, das ist einfach ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung der Frau gegenüber und gehört zum guten Ton. Genauso, wie ein Mann mir bei einem Date ja auch in den Mantel helfen und mir die Türe aufhalten sollte. Eben ein Gentleman sein!

herMoney: Genau, viele Männer glauben, dass Gleichberechtigung keiner Wertschätzung und Galanterie bedarf. Was schade ist.

TheMandarineGirl: Klar bin ich für Gleichberechtigung und selbstständige Frauen, die alleine im Leben stehen können… aber es gibt eben Dinge die gehören für mich ganz einfach zum guten Ton. Und wenn ein Mann, der mit mir ausgeht, nicht mal die paar Euro übrig hat, um mir meinen Kaffee zu zahlen, dann kann man sich auch nur fragen, wie aufrichtig hier die Interessen an meiner Person sind… In diesem Punkt bin ich ein Fan der alten Schule. Als Frau sollte man das aber auch zu schätzen wissen und nicht beim ersten Date die teuersten Gerichte und Drinks bestellen. Das fände ich sehr unangebracht, schließlich sollte man die Großzügigkeit und das Entgegenkommen eines potentiellen Partners schätzen und nicht ausnutzen!

Einen Mann beim ersten Date selber einladen würde ich ehrlich gesagt nie, so etwas habe ich auch noch nie gehört! Das klingt schon recht befremdlich und eher nach vertauschten Rollen. Ich glaube, den meisten Männern wäre das auch unangenehm, sich beim Date von ihrer potentiellen Kandidatin aushalten bzw. einladen zu lassen. Normal möchte der Mann ja imponieren und der Frau zeigen, dass er eine „gute Partie“ ist… Aber naja, jedem das seine! 🙂

Handtaschen kaufen sind eine Sache für sich

herMoney: Du siehst eine tolle Handtasche, die leider Dein Budget übersteigt. Was tust Du? Darf ein Mann Dir die Handtasche schenken?

TheMandarineGirl: Klar ist es in Anführungszeichen „normal“, dass einem der Partner auch irgendwann während der Beziehung etwas schenkt… Ich finde es schön, wenn man sich in Beziehungen immer wieder gegenseitig wertschätzt und versucht, seinen Partner glücklich zu machen. Das kann ein Geschenk sein, oder einfach ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch, ein kleiner Zettel auf dem Schreibtisch mit einer netten Botschaft etc…

Problematisch wird es für mich dann, wenn die Frau versucht, den Mann zu „nötigen“, bzw. wenn in irgendeiner Art und Weise Druck ausgeübt wird. „Ich hätte diese Tasche  ja so gerne aber ich habe aktuell nicht genug Geld….“ und dazu ein trauriger Hundeblick zum Partner – das wäre meiner Meinung nach schon sehr manipulativ und setzt den Mann natürlich auch ein Stück unter Druck. So etwas würde ich persönlich nie tun, ein Geschenk, und sei es nun eine Handtasche, oder eine Rose oder einfach irgendeine liebe Geste  (Ein Geschenk kann ja auch von Herzen kommen und hat nicht immer ein Preisschild) muss aus freien Stücken geschenkt werden.

Wie ich also reagiere, wenn ich eine Handtasche sehe, die mir gefällt aber mein Budget übersteigt? Ich warte ab und nutze die Zeit um nachzudenken, ob mir diese teure Handtasche wirklich so gut gefällt, dass ich sie unbedingt haben möchte oder ob es evtl. preisgünstigere Alternativen gibt. (Oder ich Sie sowieso bald im Sale ergattern kann, wenn ich etwas Geduld habe…) Und falls ich mir nach einiger Zeit des Wartens immer noch sicher bin, dass ich Sie unbedingt möchte, dann kann ich sie mir ja einfach selber kaufen, wenn ich das Geld beisammen habe und die Entscheidung klar pro Handtasche gefallen ist.

herMoney: Das klingt doch sehr emanzipiert und preisbewusst. Eine Handtasche könnte auch eine Form der Altersvorsorge sein, je nach Marke. Wir von herMoney empfehlen lieber eine andere Form der Altersvorsorge. Am besten Du schaust gleich mal in in Deiner Lebensphase nach unseren Vorschlägen.

Vielen Dank, liebe Daisy, für das Gespräch.

Mehr zu TheMandarineGirl auf ihrer Webseite.

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