Ob Ring, Armband oder Kette: Gold ziert jede Frau. Aber lohnt es sich auch, in Gold als Wertanlage zu investieren? Ein Überblick.

Sie tragen Goldschmuck und haben noch eine feine Auswahl an Ringen, Armbändern und Ketten in der Schmuckschatulle? Wunderbar – das Edelmetall sieht nicht nur prima aus, Sie haben mit dem Goldschmuck auch schon begonnen, ein kleines Vermögen aufzubauen. Denn Gold ist wertvoll – und gilt in unsicheren Zeiten als „sicherer Hafen“. Und dass wir „unsichere Zeiten“ haben, davon sind viele Ökonomen überzeugt. Sie denken dabei nicht nur an wirtschaftliche und politische Turbulenzen oder Terrorgefahr. Nein, sie misstrauen vor allem dem Geldsystem. Denn die Schulden der Staaten sind in den vergangenen Jahren extrem stark angestiegen. Ob in den USA, Japan oder Europa: Die Regierungen geben meistens sehr viel mehr Geld aus, als sie einnehmen. Und die Frage bleibt, ob und wie die Schulden je wieder abgetragen werden können.

Deutsche lieben Gold

Hieß es früher „Optimisten kaufen Gold, Pessimisten kaufen Konserven“, kaufen heute vor allem Pessimisten Gold. Sie befürchten, dass Papierwährungen wie Euro, US-Dollar oder Yen künftig an Wert verlieren werden. Und die Deutschen zählen in Sachen Geldanlage ganz sicher zu den Pessimisten. In den vergangenen zwei Jahren hat jeder Vierte Gold gekauft. Unter dem Strich horten die Bundesbürger inzwischen mehr als 8700 Tonnen des Edelmetalls – und damit mehr als doppelt so viel wie die Deutsche Bundesbank. Aber rechnet sich das auch? An dieser Frage scheiden sich die Geister. herMoney hat für Sie Argumente für und gegen Gold zusammengestellt.

Werterhalt:

Pro: Laut Umfragen haben die meisten Bundesbürger Gold gekauft, weil sie den Wert Ihres Vermögens erhalten wollen. Gold gilt tatsächlich als wertbeständig – eine Toga soll schon bei den Römern eine Unze Gold gekostet haben – soviel, wie vor 100 Jahren und auch heute ein sehr guter Herrenanzug. Für einen Werterhalt spricht auch, dass man das Edelmetall – anders als Papiergeld – nicht beliebig vermehren kann.
Contra: Die Langfristbetrachtung mag stimmen. Aber macht sie für Sie auch Sinn? Gold-Kritiker ziehen es vor, ein normales „Anlegerleben“ als Basis zu nehmen. Kurzfristig kann der Goldkurs sehr stark schwanken, und auch in langen Zeitspannen hat Gold schon an Wert eingebüßt. So fiel der Goldpreis in den 80er Jahren und hat erst 2006 wieder das Niveau von damals erreicht.

Rendite:

Pro: Je unsicherer das Umfeld, desto stärker steigt Gold. Nach 2006, als sich die Immobilienkrise in den USA zuspitzte, zog der Goldpreis rapide an. Wer rechtzeitig auf Gold gesetzt hatte, konnte hohe Gewinne machen.
Contra: Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividende. Dividenden, also die Gewinnausschüttungen der Unternehmen, machen bei Aktien langfristig 40 bis 50 Prozent der Rendite aus. Bei Gold gibt es nur eine Renditequelle: den Kurs.

Sicherheit:

Pro: Gold gilt als sicherer Hafen – das Edelmetall hat jede Staatspleite und jede Währungsreform überlebt. Man konnte es jederzeit auch gegen Ware tauschen.
Contra: Wenn es hart auf hart kommt, könnte der Staat auf das Gold der Bürger zugreifen – zum Beispiel über eine Sondersteuer. Während der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der private Goldbesitz in den USA vom damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt unter Strafe gestellt. Verstöße wurden mit hart geahndet – mit Geldstrafen bis 10 000 Dollar Strafe oder gar mit maximal zehn Jahren Gefängnis. In Deutschland müssen alle offiziellen Käufe von Gold ab 10.000 Euro registriert werden, was den staatlichen Zugriff erleichtern würde.

Kosten und Steuern:

Pro: Gewinne aus dem Verkauf von Gold sind ab einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei. Wer dagegen in Aktien investiert, muss unabhängig von der Haltedauer die sogenannte Abgeltungsteuer zahlen. 25 % des Gewinns fließen damit in die Kasse des Staates.
Contra: Gold liegt nicht im Depot, sondern (hoffentlich) im Tresor – Sie müssen also für die Aufbewahrung Ihres Vermögens im Bankschließfach zahlen.

 

herMoney Tipp: An Gold scheiden sich die Geister – und am Ende ist es oft auch Herzenssache, ob Sie sich mit Gold wohler fühlen. Wie sagt manch ein Vermögensverwalter: Mit Gold schläft es sich einfach besser. Mehr als fünf bis zehn Prozent Ihres Vermögens sollten es aber nicht sein. Verschaffen Sie sich dehalb zunächst einen Überblick darüber, wie viel Vermögen Sie in was investiert haben und entwickeln Sie eine Gesamtstrategie. Wie Sie Gold am besten kaufen und welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, um von der Wertentwicklung des Edelmetalls zu profitieren, erfahren Sie demnächst bei herMoney.

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