Endlich erwachsen!

Die letzte Prüfung ist bestanden, der erste Arbeitsvertrag unterschrieben. In dieser Lebensphase scheint alles möglich. Unschön daran ist nur, dass Frauen, sobald sie eigenes Geld verdienen, plötzlich auch höhere Kosten haben: Viele Privilegien aus Zeiten von Ausbildung und Studium sind nun Geschichte. Familienversicherungen zum Beispiel. Oder das Kindergeld für die Eltern. Und dann sind da natürlich noch die unzähligen Werbebriefe, die Berufseinsteigerinnen diverse, vermeintlich unentbehrliche Versicherungen schmackhaft machen oder komplexe Geldanlagen empfehlen wollen.

Was ist zu tun?

Bewahren Sie Ruhe! Eine gute Finanzplanung braucht einen kühlen Kopf. Statt sich von selbsternannten Experten zu übereilten Vertragsschlüssen drängen zu lassen, hilft ein strukturiertes Konzept, um die Weichen zu stellen und die richtigen Prioritäten zu setzen.

So funktioniert’s.

Nach dem grundsätzlichen Schema bei der Finanzplanung (siehe „Ihre Ziele“) sollten Sie zunächst Ihre existenziellen Risiken absichern, und sich dann mit dem Thema Altersvorsorge und Geldanlage auseinandersetzen.

Gesundheit

Frauen (und auch viele Männer) investieren oft in überflüssige und teure Versicherungsverträge, während die Absicherung der echten Gefahren zu kurz kommt. herMoney will Ihnen dabei helfen, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Krankenversicherung: Gesetzlich oder Privat?

Das wichtigste vorab: Die Frage ob Sie eine Krankenversicherung abschließen, stellt sich nicht: Sie sind dazu verpflichtet. Interessanter ist die Frage, wie und wo Sie sich versichern.

Sie sind „pflichtversichert“?

In Deutschland gibt es zwei höchst unterschiedliche Systeme: das gesetzliche und das private. Sind Sie angestellt und liegt Ihr Einkommen unter 4.800 Euro im Monat (2017), dann brauchen Sie sich über die private Krankenversicherung (PKV) erst einmal keine Gedanken zu machen. Denn dann sind Sie automatisch Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Aber innerhalb der GKV können Sie zwischen mehr als 100 Krankenkassen wählen. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent Ihres Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Zudem unterscheiden sie sich im Leistungsangebot. Ob professionelle Zahnreinigung, Homöopathie oder Osteopathen: Prüfen Sie neben den Kosten auch, welche Leistungen Ihnen wichtig sind.

Sie haben die Wahl?

Sie verdienen mehr als 4.800 Euro im Monat, sind verbeamtet oder selbständig? Dann haben Sie die Wahl – zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Beide haben Vor- und Nachteile. herMoney hat die wichtigsten Besonderheiten der beiden Lager für Sie zusammengestellt.

Was gesetzlichen Kassen auszeichnet

  • Bei AOK & Co. hängen die Beiträge vom Einkommen ab. Wer gut verdient, zahlt mehr, wer wenig verdient, weniger. Die Kosten, die ein Mitglied verursacht, spielen für den Beitrag keine Rolle. Alte und Junge, Kranke und Gesunde sind bei gleichem Einkommen zu den gleichen Konditionen versichert. Zudem dürfen die Kassen keinen Interessenten ablehnen. Ausnahme: Ein Privatversicherter will in die GKV zurück. Aber dazu unten mehr.
  •  Alle Kassenmitglieder haben Anspruch auf dieselben Leistungen – egal was sie zahlen. Übermäßigen Luxus sollte aber niemand erwarten. Das Gesetz schreibt vor, dass die Kassen nur Behandlungen bezahlen dürfen, die ausreichend, notwendig und wirtschaftlich sind und „das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten.“
  • In der gesetzlichen Versicherung sind die Familienangehörigen eines Mitglieds kostenlos mitversichert, wenn sie kein eigenes Einkommen haben.
  • Ein Wechsel zwischen verschiedenen gesetzlichen Kassen ist ohne Probleme möglich. Wer die Voraussetzungen erfüllt, darf jederzeit ins private Lager wechseln.

Was die privaten Versicherungen leisten

  • Allianz & Co. bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife zu unterschiedlichen Preisen. Erlaubt ist, was gefällt – und was der Kunde bezahlen kann. Verbindliche Leistungs-Limits wie in der gesetzlichen Kasse gibt es nicht. In (teuren) Top-Tarifen profitieren Kunden daher oft von deutlich besseren Leistungen, als die Kassen sie bieten.
  • Anders als gesetzliche Kassen müssen private Versicherungen nicht jeden Kunden akzeptieren. Vor Vertragsschluss führen sie einen sogenannten Risikocheck durch. Wer alt oder krank ist (und deshalb voraussichtlich höhere Kosten verursacht) kommt oft nicht unter – oder zahlt hohe Risikoaufschläge.
  • Private Krankenversicherer kennen keine kostenlose Familienversicherung. Jeder Kunde zahlt daher seinen eigenen Beitrag. Das kann für Familien sehr teuer werden.
  • Wenn Sie einmal privat versichert sind, kommen Sie nur schwer zurück in die GKV – es sei denn, über ein Angestelltenverhältnis mit weniger als 4.800 Euro Gehalt. Dann sind Sie automatisch (wieder) „pflichtversichert“.  Auch ein Wechsel zu einem anderen privaten Anbieter ist vielfach teuer. Die Entscheidung für eine Private ist daher oft eine Entscheidung fürs Leben – und sollte reiflich überlegt sein.

herMoney Tipp:
Sie sind topfit, nicht „pflichtversichert“ und Sie legen Wert auf umfangreiche medizinische Leistungen? Dann sollten Sie sich jetzt mit der privaten Krankenversicherung beschäftigen. Denn es gilt: je früher, desto besser. Mit zunehmendem Alter kommen Krankheiten dazu und ergo wird der Versicherungsschutz teurer. Mitunter werden einzelne Vorerkrankungen dann auch aus dem Paket ausgeschlossen. Überlegen Sie, welche Leistungen für Sie wichtig sind und vergleichen Sie das Angebot – am besten mit Hilfe eines unabhängigen Beraters. Und bedenken Sie: Heute mag Ihnen ein Tarif günstig erscheinen, aber die Versicherungsprämien steigen im Alter. Fragen Sie deshalb nach, wie sich die Altverträge des Anbieters Ihrer Wahl entwickelt haben. Sonst droht Ihnen später – wenn Sie wahrscheinlich mehr Leistungen benötigen als heute – die Rückstufung in einen Basistarif.

Auslandsreisekrankenversicherung

Sie fahren Ski in den Alpen, lieben Abenteuer und reisen gerne in ferne Länder? Dann sollten Sie entweder reich oder gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte. Müssen sie im europäischen Ausland zum Arzt, werden sie dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleiben Sie dann sitzen.

Gar nichts beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlen sie alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

Teuer wird es auch, wenn Sie per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden müssen. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient sollten Sie nicht blind darauf vertrauen, dass ihr Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfen Sie deshalb genau, ob Ihr gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 80 Produkte getestet: Die besten finden Sie hier.

herMoney Tipp:
Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für Ihr Reiseland gilt und das die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht.

Einkommen

Berufsunfähigkeitsversicherung: Teuer – aber wichtig

Sie sind jung und fit, an mögliche Unfälle oder aber Krankheiten mögen Sie nicht denken? Das ist verständlich. Dennoch macht es Sinn, sich frühzeitig mit diesen Themen zu beschäftigen. Ihr wertvollstes Gut ist schließlich Ihre Arbeitskraft. Fällt Sie weg, müssen Sie ohne private Vorsorge einen finanziellen Abstieg befürchten.

Das Risiko, nicht bis zum Rentenalter arbeiten zu können, sollten Sie nicht unterschätzen. Jeder vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommen Sie Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte Ihres Nettogehaltes.

Wer mehr will, muss privat vorsorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt zusätzlich zu den staatlichen Leistungen eine monatliche Rente. Leider ist eine gute BU aber ziemlich teuer. Schieben Sie Absicherung dennoch nicht auf die lange Bank. Denn je länger Sie warten, desto höher sind die Kosten des Versicherungsschutzes und desto größer wird das Risiko, dass Sie keine Police mehr bekommen. Denn die Versicherer verlangen einen Gesundheitscheck. Wer nicht fit genug ist, wird entweder gnadenlos aussortiert – oder muss erheblich höhere Beiträge zahlen. Grund für diese rigide Auslese sind die horrenden Summen, die die Gesellschaften im Ernstfall aufbringen müssen: Eine Kundin, die mit 40 ihren Job aufgeben muss und 25 Jahre lang 2000 Euro pro Monat bekommt, kostet die Versicherung stolze 600 000 Euro – ohne Zinsen und Zusatzleistungen.

herMoney Tipp:
Je früher Sie eine BU abschließen, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Lassen Sie sich aber nie zu einem Abschluss drängen. Nicht jedes Produkt ist sein Geld wert! Lassen Sie sich beraten und vergleichen Sie Preise und Leistungen akribisch. Das gilt übrigens auch für Hausfrauen: Nur weil Sie Ihre Arbeit unentgeltlich verrichten, heißt das nicht, dass Ihre Leistungen nichts wert sind: Auch Hausarbeit ist ein Beruf, den Sie per BU versichern sollten.

Vermögen

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr Ohne

Eine unbedachte Drehung, und die wertvolle Vase der Schwiegermutter in Spe landet in tausend Teilen auf dem Boden. Die Rechnung kann sich auf ein paar hundert Euro belaufen, die Sie eventuell gerade noch aus der eigenen Tasche bezahlen könnten. Was aber, wenn Sie jemandem durch eine Unachtsamkeit einen gravierenden gesundheitlichen Schaden zufügen? Zum Beispiel, weil Sie bei Rotlicht über die Ampel rennen –  den Bus im Blick, den Sie unbedingt erwischen möchten – und ein Autofahrer nach Vollbremsung ins Schleudern gerät? Oder weil Sie die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnen, und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird? Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und u.U. lebenslange Rentenzahlungen können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Ohne Versicherungsschutz müssen Sie lebenslang für die Folgen der Unachtsamkeit bezahlen. Denn wer einer anderen Person vorsätzlich oder fahrlässig einen Schaden zufügt, haftet mit allem was er hat. Bis die Schuld beglichen ist.

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört deshalb zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob alt oder jung, Single oder Mehrfachmutter: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Die Police ist nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben.

herMoney Tipp:
Sparen Sie nicht am falschen Ende und schließen Sie eine Haftpflichtversicherung ab. Wichtig beim Abschluss: Achten Sie auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft

Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie andere finanziell ab für den Fall, dass Sie sterben. Als Single ohne Kinder benötigen Sie eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie Nachwuchs haben – oder gemeinsam mit einem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Junge Versicherte zahlen deshalb meist niedrigere Sätze als betagte, gesunde weniger als kranke und Nichtraucherinnen kommen günstiger davon als Raucherinnen.

Recht simpel ist es auch, einen guten Anbieter zu finden. Meist klappt das in drei Schritten:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lassen Sie sich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney Fazit:
Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, junge Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Patientenverfügung

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Über Leben und Tod eines anderen zu entscheiden: Das will man niemandem zumuten. 15 Jahre lang lag die Amerikanerin Terri Schiavo im Wachkoma, bevor ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens. Wer nicht will, dass, wie im Falle Schiavo, andere entscheiden, sollte vorsorgen – und das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Wenn Sie über 18 sind, können Sie vorsorgen und Ihren Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem Sie eine schriftliche Patientenverfügung erstellen. Darin können Sie regeln, welche medizinischen Maßnahmen Sie sich – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschen. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, sollten Sie zudem einer Person Ihres Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn Sie selbst sich nicht mehr äußern können. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

herMoney Tipp:
Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

Oh je, wie wenig sexy das klingt: Altersversorgung! Schon in den 20ern an das Alter denken? Ist ja noch lange, lange hin! Kein Wunder also, dass junge Frauen ihr Geld lieber in Schuhe, Taschen oder Urlaube investieren. Dennoch: Auch in jungen Jahren sollten Sie das Thema nicht verdrängen, wenn Sie auch im Alter noch Schuhe kaufen und auf Reisen gehen möchten. Vielleicht kennen Sie den viel zitierten Satz des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm: „Die Rente ist sicher!“ Das mag stimmen, aber Sie sollten keine falschen Schlüsse daraus ziehen. Sicher – wahrscheinlich. Aber reicht sie auch aus?

„Es ist ein Mythos, zu glauben, dass sich der Lebensstandard allein durch die gesetzliche Rente halten lässt“, so die Einschätzung von Prof. Dr. Bert Rürup. Und der sollte es wissen, gilt der emeritierte Ökonomieprofessor doch als einer der führenden Rentenexperten im Lande. Besonders Frauen, die für die Familie im Job kürzer treten, droht im Alter Armut, wenn sie sich auf die gesetzliche Rente verlassen. Denn wer weniger arbeitet und weniger verdient, zahlt weniger in die Rentenkassen ein – und bekommt am Ende auch weniger Rente ausbezahlt.

Zwar bekommt in Deutschland jeder ältere Mensch Geld vom Staat – egal, ob und wie viel er in seinem Leben gearbeitet hat. Diese sogenannte „Grundsicherung“ gewährleistet aber nicht mehr als das Existenzminimum. Und das bedeutet auch: Wenn Sie ihren Lebensabend in Würde und Wohlstand verbringen möchten, müssen Sie vorsorgen. So früh wie möglich.

Riester: Angebot genau prüfen!

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Staat unterstützt Sie mit Zulagen und/oder Steuervorteilen bei der Vorsorge – zum Beispiel über die Riester-Rente. Mit einem Riester-Vertrag erhalten Sie eine jährliche Zulage von 154 Euro. Falls Sie Nachwuchs haben oder bekommen, gibt es noch einmal 300 Euro pro Jahr dazu. Zudem können Sie Steuern sparen. Wie viel, hängt von Ihrem Steuersatz ab. Voraussetzung für die Förderung: Sie zahlen vier Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, maximal aber 2.100 Euro, in einen Riester-Vertrag ein. Das ist auch der Betrag, den Sie maximal von der Steuer absetzen können. Vom Steuervorteil werden die Zulagen abgezogen. Die Faustregel: Wenn Sie viele Kinder haben und ergo hohe Zulagen kassieren, profitieren Sie von den Zulagen. Als Single ohne Kinder überwiegt der Steuervorteil.

Die Riester-Rente gibt´s nur für Angestellte und Beamte und sie ist nicht unumstritten. Zu teuer, zu viele Einschränkungen, zu hoher Verwaltungsaufwand – sagen die Kritiker. Zwar sichern Sie sich mit der Police eine lebenslange Rente, aber das lohne sich nur dann, wenn Sie ein hohes Alter erreichten. Welche Möglichkeiten Sie mit Riester haben, werden wir Ihnen im Laufe der Zeit auf herMoney vorstellen – mit allen Vor- und Nachteilen.

herMoney Tipp:
Lassen Sie sich gut beraten – am besten von unabhängigen Experten, zum Beispiel der Verbraucherzentralen. Prüfen Sie, ob sich ein Riester-Vertrag für Sie lohnt und ob er aufgrund der Einschränkungen auch zu Ihrer Lebensplanung passt. Wenn Sie sich für einen Abschluss entscheiden, achten Sie auf die Kosten!

Betriebliche Altersversorgung: Fragen Sie Ihren Chef oder Ihre Chefin!

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch so genannte Entgeltumwandlung. Das heißt, Sie können einen Teil Ihres Gehaltes oder auch Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld einzahlen und eine Zusatzrente aufbauen. Der Vorteil: Sie entnehmen das Geld Ihrem Brutto.
Anders als bei privaten Sparplänen zahlen Sie also auf Ihre Sparraten weder Steuern noch Sozialabgaben. Um 100 Euro ansparen zu können, müssen Sie – je nach Steuersatz – nur rund 60 Euro Ihres Nettos aufwenden. Das ermöglicht es Ihnen, mehr Geld für das Alter anzusparen – und durch die höheren Sparraten wächst Ihr Kapital schneller. Der Nachteil: Bei der Auszahlung müssen Sie nicht nur Steuern, sondern auch Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente zahlen.

herMoney Tipp:
Wenn Sie Entgelt umwandeln, spart auch Ihr Arbeitgeber die Sozialbeiträge ein. Viele Unternehmen schießen diese Ersparnis oder einen festen Betrag zu der Altersvorsorge Ihrer Mitarbeiter dazu, um sie langfristig an sich zu binden. Sprechen Sie Ihren Chef an und erkundigen Sie sich nach den Möglichkeiten!

Vermögenswirksame Leistungen

Ebenfalls über den Arbeitgeber können Sie vermögenswirksame Leistungen (VL) ansparen. Als Berufsanfängerin mit relativ geringem Einkommen profitieren Sie besonders stark. Vermögenswirksame Leistungen sollen Arbeitnehmern dabei helfen, Geld anzusparen. Dafür zahlt der Arbeitgeber monatlich bis zu 40 Euro – also bis zu 480 Euro im Jahr – in einen Sparvertrag für Sie ein. Dabei können Sie zwischen unterschiedlichen Anlageformen wählen. Möglich ist ein Banksparplan, ein Bausparvertrag, die Tilgung eines Baudarlehens oder ein Aktiensparplan.

Übersteigt Ihr Einkommen eine bestimmte Grenze nicht, gibt es noch einen Zuschuss vom Staat, die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Die Einkommensgrenzen und auch die Höhe des Zuschusses unterscheiden sich je nach Art des Sparvertrages. Gar keine Zuschüsse gibt es für einen Banksparplan. Wenn Sie einen Bausparvertrag oder die Tilgung eines Baukredites wählen, erhalten Sie maximal 43 Euro im Jahr, wenn weniger als 17.900 Euro im Jahr verdienen. Wählen Sie dagegen einen Aktiensparplan, liegt die Einkommensgrenze bei 20.000 Euro und der Zuschuss liegt bei maximal 80 Euro im Jahr. Bei Ehepartnern verdoppelt sich jeweils der Betrag.

Auch wenn Ihr Bruttoeinkommen über den Einkommensgrenzen liegt, lohnt es sich zu prüfen, ob Sie Anspruch auf Förderung haben! Denn nicht Ihr Brutto, sondern Ihr zu versteuerndes Einkommen zählt. Sie können also vom Brutto Werbungskosten und Kinderfreibeträge abziehen. Wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen ist, steht auf Ihrem Steuerbescheid.

Unternehmen sind nicht generell dazu verpflichtet, Ihren Mitarbeitern vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. In vielen Betrieben oder Branchen sind die Zuschüsse vom Chef allerdings Bestandteil von Betriebsvereinbarungen oder des Tarifvertrages. Falls nicht, haben Sie keinen Anspruch auf die Leistungen Ihres Chefs. Die vom Staat gezahlte Arbeitnehmersparzulage steht Ihnen dagegen grundsätzlich zu, wenn Sie die Einkommensgrenzen (siehe oben) nicht überschreiten – vorausgesetzt, Sie sparen aus der eigenen Tasche die erforderlichen 40 Euro im Monat an.

Was lohnt für wen?

Banksparplan: Das Kapital ist zwar sicher, wird aber kaum verzinst. Auch gibt es keinen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulagen

Tilgung Baukredit: Die Kreditzinsen liegen in der Regel über den Guthabenzinsen. Wenn Sie eine Hypothek abbezahlen, macht die schnelle Tilgung Sinn.

Bausparvertrag: Wenn Sie den Kauf einer Immobilie planen, könnte sich das rechnen – vor allem dann, wenn Ihr Einkommen über der 17.900 und unter 25.600 Euro liegt. Denn dann erhalten Sie keine Arbeitnehmersparzulage, haben aber Anspruch auf  die vom Staat gezahlte Wohnungsbauprämie.

Aktiensparplan: Hier sind die Zuschüsse am höchsten und Sie haben die Aussicht auf die höchste Rendite. Zwar schwanken die Kurse im Laufe der Zeit, aber in jungen Jahren können Sie mögliche Kursdellen eventuell aussitzen.

Die Verträge haben eine Laufzeit von sieben Jahren. In den ersten sechs Jahren wird eingezahlt, nach einem Jahr Ruhezeit können Sie in der Regel frei über das gesparte Geld verfügen. Ausnahme: In manchen Branchen – etwa der Metall-, Chemie- und Elektroindustrie – werden vermögenswirksamen Leistungen als sogenannte altersvorsorgewirksame Leistungen gezahlt. Die Zuschüsse können dann in einen Riester-Vertrag (siehe oben) oder in Formen der betrieblichen Altersversorgung (siehe oben) fließen.

herMoney Tipp:
Verschenken Sie kein Geld. Checken Sie Ihren Arbeitsvertrag oder scheuen Sie sich nicht, bei Ihrem Arbeitgeber nachzufragen! Falls er weniger als die erforderlichen 40 Euro im Monat zuschießt, stocken Sie gegebenenfalls auf, um auch die Arbeitnehmersparzulage zu bekommen. Die wird nicht automatisch gewährt, Sie müssen den Zuschuss jährlich mit Ihrer Steuererklärung (Anlage N) beantragen und eine Kopie Ihres VL-Vertrages beifügen.

Vermögen aufbauen – wer will das nicht. Und Sie können gar nicht früh genug damit beginnen. Wie sagte einst Benjamin Franklin: „Geld ist von fruchtbarer, erzeugender Natur. Geld kann Geld zeugen, und der Nachwuchs zeugt noch mehr.“

Machen Sie sich folgendes bewusst:

Aus 10.000 Euro, zu 5 % pro Jahr verzinst, werden nach 20 Jahren gut 26.500 Euro.
! Nach 40 Jahren aber stehen am Ende gut 70.000 Euro zu Buche.

Sie haben kein Kapital angespart, das Sie investieren könnten? Kein Problem. Sie können auch monatlich einen kleinen Betrag zur Seite legen, die Zahlen sehen nicht weniger beeindruckend aus!

Wenn Sie über 20 Jahre jeden Monat 100 Euro investieren, kommen Sie bei einer Verzinsung von fünf Prozent auf 40.754 Euro.
! Nach 40 Jahren hätte sich Ihr Kapital zu 148.886 Euro vermehrt.

Überzeugt? Dann verlieren Sie keine Zeit und starten jetzt!

Darüber sollten Sie sich Gedanken machen

Sie können nur dann ein passendes Kleid kaufen oder aus dem Schrank ziehen, wenn Sie wissen, für welchen Anlass Sie sich kleiden wollen. Ähnlich verhält es sich bei der Geldanlage. Bevor Sie beginnen, sollten Sie sich ein paar Gedanken machen – über Ihre Möglichkeiten, Ihre Ziele und auch Ihre Risikotoleranz. Die Checkliste hilft bei der Orientierung:

Welchen Betrag wollen/können Sie anlegen – einmalig oder regelmäßig?

Kein Geld übrig oder setzen Sie andere Präferenzen und geben Sie Ihr Geld lieber im Straßencafé aus? Machen Sie einen Kassensturz, um einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu gewinnen.

herMoney Tipp:
Kleinvieh macht viel Mist – Sie können bereits mit Beträgen ab 25 Euro im Monat starten.

Wie lange brauchen Sie auf dieses Geld vermutlich nicht zuzugreifen?

Die Zeit spielt bei der Geldanlage eine große Rolle. Je länger Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen, desto mehr kurzfristige Risiken können Sie eingehen und damit die langfristigen Renditeaussichten verbessern. Denn über lange Zeiträume können Schwankungen ausgesessen werden. Dazu kommt: Auf lange Sicht wirken Zins- und Zinseszins besonders gut.

herMoney Tipp:
Überlisten Sie sich nicht selbst, indem Sie allzu optimistisch kalkulieren. Wer eine langfristige Geldanlage plant und sein Geld dann doch sehr schnell braucht, riskiert Verluste.

Für was möchten Sie das Geld eigentlich zur Seite legen?

Als Berufsanfängerin kann man sich meistens noch nicht genau vorstellen, wo und wie man in 20 Jahren leben wird und wie dann die familiäre Situation aussehen wird. Ohne Ziel ist es aber schwierig, eine zielgerichtete Finanzplanung zu gestalten. Überlegen Sie deshalb, wofür Sie sparen möchten: für den nächsten Urlaub, ein neues Auto, eine Immobilie oder für das Alter?

herMoney Tipp:
Unterscheiden Sie zwischen kurzfristigen und langfristigen Sparzielen – und teilen Sie Ihr Kapital bzw. Ihren Sparbetrag entsprechend auf! Und keine Sorge, falls Sie noch keine konkreten Ziele haben – Sie werden mit der Zeit schon Ideen dazu entwickeln. Das Gute ist: Sie können diese Ziele jederzeit überarbeiten und neu definieren – kein Mensch nagelt Sie darauf fest!

Wie viel Risiko können sie akzeptieren?

Die beste Geldanlage macht wenig Sinn, wenn Sie deswegen schlaflose Nächte verbringen. Können Sie sich Wertschwankungen Ihres Vermögens leisten? Und können Sie zwischenzeitliche Verluste auch aushalten?

herMoney Tipp:
Ihre Anlagestrategie sollte zu Ihrer Risikoneigung passen. Überschätzen Sie sich nicht. Es macht wenig Sinn, zu hohe Risiken einzugehen und bei Kurskorrekturen in Panik mit Verlust zu verkaufen.

Wie gut kennen Sie sich mit Finanzanlagen aus und wie intensiv möchten Sie sich um Ihre Finanzanlagen kümmern?

Geldanlage ist kein Hexenwerk, aber ganz ohne Engagement kommen Sie nicht aus. Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten und nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Investments in regelmäßigen Abständen zu adjustieren!

herMoney Tipp:
Sie haben keine Zeit oder gar keine Lust, sich mit der Geldanlage zu beschäftigen? Deswegen gar nichts zu machen, wäre die schlechteste Lösung. Besser: Sie suchen sich einen Berater, der sich um Ihr Geld kümmert. Oder aber Sie nutzen das digitale Angebot einiger Banken, die Ihnen online je nach Anlagedauer und Risikoneigung konkrete Vorschläge machen.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Per Sparbuch ein Vermögen aufbauen? Vergessen Sie´s. Sparen allein bringt aktuell keine Rendite. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf Null gesenkt, so dass die Banken für Ihre Spargroschen kaum Zinsen bieten können. Wenn Sie Ihr Geld unverzinst auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto oder auch auf einem Sparkonto schlummern lassen, müssen Sie im Gegenteil sogar damit rechnen, dass es im Laufe der Zeit weniger wird. Oder anders ausgedrückt: Dass der Wert Ihres Geldes, die so genannte Kaufkraft, sinkt. Grund dafür ist die Inflation, also die Teuerung von Gütern und Dienstleistungen. Ziehen die Preise an, bekommen Sie weniger Ware für Ihr Geld.

Um Vermögen aufzubauen, müssen Sie Ihr Geld investieren. Gute Unternehmen bieten gute Renditechancen. Sie können sich an Unternehmen beteiligen per Aktie, oder aber Sie gewähren ihnen einen Kredit per Anleihe.  Bei Aktien profitieren Sie von möglichen Kurssteigerungen an der Börse sowie von der Ausschüttung des Gewinns, der so genannten Dividende. Bei Anleihen erhalten Sie regelmäßig Zinsen, den so genannten Kupon.

Anfängerinnen empfiehlt es sich, nicht gleich auf Einzelwerte zu setzen. Besser geeignet sind Fonds, die von Profis gemanagt werden. Der Vorteil: Ihr Geld wird in viele Aktien oder Anleihen investiert, so dass die Risiken sinken. Fonds gibt es nicht nur für Aktien. Auch können Sie in Anleihefonds (Rentenfonds) oder Mischfonds investieren.

Eine kostengünstige Alternative bilden ETFs. Das sind Fonds, die die Wertentwicklung einer Region, eines Marktes oder einer Branche abbilden – sie kommen also ohne einen Manager aus, der eine Auswahl trifft.

Wie sollten Sie die Finanzplanung anfangen?

Falls Sie nicht schon ein kleines Finanzpolster aufgebaut haben, sollten Sie damit spätestens jetzt beginnen. Sie brauchen sich dabei nicht „auf immer und ewig“ zu verpflichten, denn Sie stehen in den 20ern; da ist bei den meisten noch vieles im Fluss! Das ist aber keine Ausrede, nicht schon mit der Finanzplanung zu beginnen, und zumindest einen kleinen Investmentfonds-Sparplan abzuschließen. Das geht bereits mit so geringen Summen wie 25 Euro pro Monat. Wenn Sie mehr als 25 Euro pro Monat erübrigen können, umso besser! Dann schließen Sie einfach mehrere Investmentfonds-Sparpläne für unterschiedliche Fonds ab! Das kostet nicht mehr, als wenn Sie Ihre monatliche Sparsumme auf einen einzigen Fonds setzen und verhilft Ihnen zu einer gewissen Streuung Ihrer Anlagen!

Und flexibel bleiben Sie außerdem: Wenn Sie auf Grund von Familiennachwuchs beruflich eine Weile kürzer treten wollen, können Sie jederzeit und ohne Nachteile Ihren Sparplan verringern oder stoppen. Wobei sich durchaus die Frage stellen lässt: Warum eigentlich? Wenn Sie einen Partner haben und Sie wegen der Kinder beruflich kürzer treten, sollten Sie sich mit Ihrem Partner auf jeden Fall darüber unterhalten, wie Sie Ihre Finanzanlagen am besten bewerkstelligen. Es spricht einiges dafür, dass Ihnen Ihr Partner hilft, Ihren eigenen Investmentfonds-Sparplan weiterzuführen.

Bei Investmentfonds können Sie auch jederzeit und ohne Einhaltung von Fristen über Ihr angespartes Vermögen verfügen. Das gibt Ihnen z.B. die Möglichkeit, beim Erwerb der eigenen vier Wände den Eigenkapital-Anteil zu stemmen. Eins sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten: Wenn Sie in Fonds investieren, die mitunter stark schwanken können (z.B. Aktienfonds), dann ist nicht jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf der Anteile. Wenn die Aktienbörsen stark fallen, werden Aktienfonds davon zwangsweise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist unvorteilhaft, wenn Sie gerade dann verkaufen müssen – aber möglich ist es.

Unbedingt beachten

Nicht alle Eier in einen Korb legen!

Sie wissen nicht, welches Anlage-Produkt, welcher Fonds, welche Aktie sich künftig als besonders gut erweisen wird, und welche sich nur mittelprächtig oder gar schlecht entwickeln werden? Willkommen im Club! Mit Gewissheit weiß das leider niemand im Vorhinein! Aus diesem Grund ist es schlau, bei Finanzanlagen immer „auf mehreren Beinen zu stehen“, also breit zu streuen. Dadurch reduzieren Sie die Risiken.

Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden!

Streuung verursacht Kosten? Das mag Ihnen manch ein Berater sagen. Doch die Angst, dass die Kosten bei einer vernünftigen Streuung der Finanzanlagen in die Höhe schnellen könnten, ist in den meisten Fällen unbegründet. Ob Sie zwei, fünf oder zehn Wertpapiere in Ihrem Depot haben, macht bei den heutigen Gebührenstaffeln keinen großen Kosten-Unterschied. Oft ist es eher so, dass der Berater oder die Beraterin deutlich mehr Arbeit hat, wenn Sie mehrere verschiedene Wertpapiere kaufen, denn jedes einzelne besprochene Produkt muss erklärt und dokumentiert werden. Seien Sie also achtsam, ob es wirklich ein Kostennachteil für Sie ist, oder nur etwas mehr Arbeit für die Beratungs-Seite.

Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten!

Viele Frauen interessieren sich nur wenig für den Kapitalmarkt und Finanzanlagen. Daher sind viele der Meinung, dass hier völlig andere Mechanismen wirken als im sonstigen Leben oder gar geheime Bünde im Verborgenen arbeiten.

Glauben Sie in Finanzdingen nicht an Geheimwissenschaften oder Hokuspokus, sondern wenden Sie Ihren gesunden Menschverstand an. Wenn Ihnen jemand eine Anlagemöglichkeit anbietet, die angeblich eine sehr hohe Rendite und kein Risiko bergen soll, seien Sie skeptisch! Warum sollte Ihnen jemand, der problemlos einen Bankkredit zu 3 oder 4 Prozent bekäme Ihnen 8 Prozent Zinsen anbieten? Hat da jemand Geld zu verschenken und wählt dafür ausgerechnet Sie aus? Wohl kaum! Wo eine hohe Rendite winkt, gibt es auch Risiken – das sagt der gesunde Menschenverstand, und so ist es auch im richtigen Finanz-Leben.

Meiden Sie unregulierte Produkte!

Weder die Börsenaufsicht noch die Aufsichtsbehörde für Finanzprodukte und Finanzinstitutionen (BaFin) sind eingerichtet worden, um Sie als Verbraucherin zu ärgern oder unnötig einzuschränken. Es ist vielmehr eine Errungenschaft, dass es in Europa erfahrene und weitsichtige Finanzmarkt-Aufsichten gibt.

Investieren Sie daher nur in regulierte Produkte! Dazu zählen z.B. Investmentfonds, Versicherungen, Sparbriefe, verzinste Bankkonten, börsengehandelte Aktien, börsengehandelte festverzinsliche Papiere, etc. Die Auswahl unter den regulierten Produkten ist so breit, dass für jede etwas dabei ist. Uns ist kein guter Grund bekannt, der dafür spricht, auf unregulierte Produkte auszuweichen.

Auf jeden Fall machen

Jeder erwachsene Mensch sollte seine persönlichen Finanzanlagen haben – unabhängig davon, ob Sie einen Partner haben oder nicht. Falls Sie in einer Partnerschaft leben, gibt es bestimmt viele gemeinsame Ziele – auch gemeinsame Finanz-Ziele. Diese sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Partner diskutieren, angehen und verfolgen. Wenn Sie derzeit keinen Partner haben, erledigen Sie Ihre Finanzanlagen ohnehin selbst – eventuell mit Hilfe einer Expertin oder eines Experten.

Aber auch wenn Sie in einer Partnerschaft leben, haben Sie individuelle Ziele: Vielleicht haben Sie und Ihr Partner unterschiedliche Vorstellungen über das Risiko, das Finanzanlagen haben dürfen, oder Sie wollen unbedingt eine bestimmte Finanzanlage ausprobieren. Für das Auf und Ab dieser Anlage sollten Sie dann auch selbst verantwortlich sein. Es ist Zeichen einer erwachsenen Partnerschaft, wenn neben den gemeinsamen Finanzen jeder auch sein eigenes Konto hat. Und seien wir ehrlich: Irgendwie ist es auch blöd, wenn Sie Ihrem Partner ein Geburtstagsgeschenk machen, und er sieht genau den Abbuchungs-Betrag von Amazon von Ihrem gemeinsamen Konto.

Bloß nicht!

Es gibt Frauen, die überlassen alle Finanz-Entscheidungen ihrem Partner. Auch wenn Sie sich zu 100% auf Ihren Partner verlassen können, ist es schade, wenn Sie das Heft komplett aus der Hand geben. Es kann immer etwas passieren, und wenn Sie in so einem Fall gar nicht im Bilde über Ihre Familien-Finanzen und völlig uninformiert sind, führt das zu Nachteilen für Sie bzw. für Sie und Ihre Familie. Wenn Sie aktuell einen Partner haben, besprechen Sie Ihre gemeinsamen Finanzen mit ihm und treffen Sie Finanz-Entscheidungen gemeinsam! Zu zweit hat man meistens auch mehr gute Ideen als alleine.

 

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